Chronik

Die 7mo hujus (mensis) o(mn)ibus Sacris rite munitus et bene dispositus obiit
in d(omi)no Jo(hann)es Eichhorn Musicus (c)o(n)jugatus, et vir, qui multos Annos
in erudienda Juventute in Wickendorf, aliisque pagis laudabiliter trans
egit, aetatis 72 circiter Annorum.

Teuschnitz
Joes Eichhorn

Am 7. dieses Monats starb in üblicher Weise versehen und wohlvorbereitet im Herrn Joes Eichhorn, Musicus, verheiratet und ein Mann, der viele Jahre in der Ausbildung der Jugend in Wickendorf und anderen Orten hervorragend gewirkt hat, im Alter von ungefähr 72 Jahren.

Teuschnitz
Joes Eichhorn

Erste Dokumente

Der Anfang der Blasmusik in Wickendorf reicht urkundlich nachweisbar bis ins 18. Jahrhundert zurück. Als ältester urkundlicher Beleg findet sich in den Büchern der Pfarrei Teuschnitz am 07.12.1790 der Sterbeeintrag eines Musikanten.

In Gotteshausrechnungen unterzeichnete J. Eichhorn ab 1740 als einer der Musikanten, die an „heilig hohen festtägen“ mit „von aichene Mitteln“ angeschafften Instrumenten (Trompeten und Geigen), „uff der Orgel, uff den bor Kirchen“ (Orgel-Empore) „gedient“ haben, deswegen „verehrt“ worden sind und dafür ein „Gehalt“ aus der Kirchenstiftungskasse Teuschnitz erhalten haben.

Eichhorn schloss 3 Ehen und zog zum Ende seines Lebens nach Wickendorf, dem Heimatort seiner letzten Frau. Ob Eichhorn in Wickendorf eine Musikkapelle gegründet hat, ist nicht bekannt.

Das Interesse für Musik blieb in Wickendorf auch nach Eichhorns Tod erhalten, wahrscheinlich haben die Wickendorfer Musikanten bei den üblichen Prozessionen und kirchlichen Anlässen den Gesang mit ihren Instrumenten begleitet und die Jugend zum Musizieren angeregt.

Erste Kapelle

Um 1900 entstand in Wickendorf die erste bekannte Musikkapelle.
Mehrere begeisterte junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren beschafften sich Blasinstrumente und versuchten zunächst, Melodien von Volks- und Kirchenliedern nach dem Gehör zu spielen. Eine passende Stimme wurde schon bald nach Gehör dazugefunden.

Die Spieler der Begleitinstrumente (Horn, Bass und Ventilposaune) bemühten sich, die Harmonie nach dem Gehör zu vervollständigen. Notenkenntnisse hatte keiner der Spieler.

Bei Besuchen von Tanzveranstaltungen in benachbarten Ortschaften merkten sich die Musikanten Melodien von Märschen, Walzern und anderen damals üblichen Tänzen (Polka, Schott, Rheinländer) und bliesen sie zu Hause nach.

Vor dem 1. Weltkrieg spielte die Musikkapelle bei verschiedenen Tanzveranstaltungen in Wickendorf und in Nachbarorten. Während des Krieges waren die Musikanten zum Heeresdienst eingezogen und trafen sich nur selten im Heimaturlaub.

Nach dem Krieg lebte die Kapelle wieder auf. Bereits am 09.11.1918 spielte sie bei einem Marsch durch das Dorf. In diesem Jahr traten in die Musikkapelle einige junge Musikanten ein, die bestrebt waren, auch nach Noten zu spielen.

Da die alten Musikanten nicht bereit waren umzulernen, bahnte sich die Bildung einer neuen Musikkapelle an.

Neugründung

Im Jahreswechsel 1920/21 löste sich die alte Musikkapelle auf, eine neue wurde 1921 gegründet.

Ausbilder war Michael Beetz, ein alter Musikant aus Rothenkirchen. Die jungen Musikanten trafen sich wöchentlich mit ihrem Ausbilder im Hause ihres späteren Leiters Johann Hofmann (Hs-Nr. 49 Weißmichls-Schwarz).

Sie erhielten Unterricht in Theorie und Praxis, spielten schon sehr bald nach Noten und setzten die Tätigkeit der alten Musikkapelle fort.

Ein Foto aus der Zeit vor 1930.
Vor der Schule in Richtung Förtschendorf ohne den kleinen Schulsaal, der 1930 angebaut wurde.

Stehend: Fröba Baptist, Jakob Hans (Zimmermoo), Porzelt Georg (Dielersch-Schorsch), Stadelmann Paul (Kraus´n-Paula), Hofmann Hans (Moudes-Hans), Hofmann Georg (Moudes-Görrich, Marienroth), Martin Johann (Triebes).

Sitzend: Porzelt Georg (Porzelt-Schorsch, Seelach), Förtsch Hans (Köstnersch-Hans, Lehesten), Hofmann Johann (Weißmichels-Schwarz), Rech Georg (Kübersch-Schorsch, Effelter)

Nachkriegskapelle

Nach dem 2. Weltkrieg durfte Johann Hofmann aus politischen Gründen keine leitenden Tätigkeiten mehr ausführen. Deshalb taten sich Johann Martin (HsNr 37), Hans Jakob (HsNr 66), Georg Hofmann (HsNr 22), Hans Hofmann (HsNr 31), Paul Stadelmann (HsNr 84), Johann Fehn (HsNr 81), Josef Hofmann (HsNr 24), Georg Martin (HsNr 41) und Reinhold Fehn (HsNr 52) zusammen und ließen die Blasmusik wieder aufleben.

1948 musste für Josef Hofmann, der mittlerweile in Nürnberg arbeitete, Josef Schubert (HsNr 45) als Tenorhornbläser einspringen. Instrument und Noten stellte Johann Martin zur Verfügung. 1949 kam Hans Hofmann (HsNr 56) als Dirigent dazu.

Diese Kapelle errang 1950 beim Musikfest in Teuschnitz den
1. Preis in der III. Gruppe (1 bis 12 Musikanten). Die Teilnahme daran hatte Hans Jakob organisiert und finanziert.

1950 auf dem Musikfest in Teuschnitz – 1. Preis im Wettbewerb der III. Gruppe

v.l: Dirigent Hans Hofmann, Georg Martin, Johann Martin, Josef Schubert, Georg Hofmann, Hans Jakob , Fehn Reinhold (nur Trompete sichtbar)
von hinten: Hans Hofmann, Paul Stadelmann

Bei der Verleihung des 1. Preises in Teuschnitz.

v.l: Direktor Helmut Becker, Hans Jakob, Ludwig Neubauer

Ein Jahr später bekamen sie beim Musikfest in Neuses den 2. Preis.

Ab 1953 war diese Kapelle auf Grund von Streitigkeiten zwischen Johann Martin und Hans Hofmann einerseits und Hans Jakob andererseits nicht mehr einsatzfähig. Ob die Ursachen für dieses Zerwürfnis mehr im politischen oder im musikalischen Bereich lagen, kann nicht mehr eindeutig geklärt werden.

Hans Jakob gründete mit seinen Söhnen eine eigene Kapelle, die jedoch für die Wickendorfer Musikgeschichte keine bleibende Erinnerungen hinterließ.

Vor dem musikalischen Neuanfang der Blasmusik 1955 sollten auf jeden Fall die Namen Hans Hofmann (HsNr 56), Georg Martin (HsNr 41) und Johann Martin (HsNr 37) besondere Anerkennung erfahren, wobei der Name Hans Jakob (HsNr 66) als finanzieller Förderer nicht vergessen werden darf.

Neuanfang

Der damalige Ortsgeistliche, Kuratus Adam Wolf, bemühte sich deshalb um den Aufbau einer neuen Musikkapelle. In der Jugendstunde am Montag, 31.01.1955 meldeten sich bei einer Umfrage 18 Angehörige der Katholischen Jugend zur Teilnahme an der Ausbildung.

Am Mittwoch, den 02.02.1955 trafen sie sich im Schulsaal der Unterklasse. Einige Teilnehmer besaßen bereits Instrumente, es wurde deshalb über die noch fehlenden Instrumente und ihre Beschaffung gesprochen.
Bereits am 28.02.1955 fand der erste Unterricht in der Schule statt, den der Lehrer Hans Hofmann (HsNr 56) hielt. Hans Hofmann leitete diese Kapelle musikalisch bis zur Gründung des Musikvereins Wickendorfer Musikanten im Jahr 1976.

Am Morgen des 10.4.1955 (Ostern) spielten die Jungmusikanten auf der Höhe gegenüber der Kirche ein Lied und am „Weißen Sonntag“ begleiteten sie die Erstkommunikanten feierlich von der Schule zur Kirche. Weitere kirchliche Anlässe in Teuschnitz, Wickendorf und Marienroth folgten. Im Winter 1955/56 wurde das Programm mit Märschen, Tänzen und Potpourris erweitert und auch eine Ouvertüre wurde eingeübt.

1960er Jahre „Weißer Sonntag“ in Förtschendorf

1960er Jahre „Weißer Sonntag“ in Wickendorf

Am 29.05.1956 wurde die neue (3.) „Musikkapelle Wickendorf“ beim Fränkischen Musikbund (jetzt Nordbayer. Musikbund) angemeldet.

Ständchen bei Hochzeiten oder Geburtstagen, Trauermusik bei Beerdigungen und die jährlichen, kirchlichen Hochfeste waren die Anlässe, bei denen man musikalisch wirkte. Ebenso Aufmärsche und Wertungsspiele bei Musikfesten.

Zeltmusik

Am 01.05.1970 hatte die „Musikkapelle Wickendorf“, wie sie zu dieser Zeit hieß, bei einem Fest der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) in Wickendorf ihren ersten Zeltauftritt. In den folgenden Jahren wurde das Musikprogramm an die neue Herausforderung angepasst, eine Verstärkeranlage wurde angeschafft.

Vereinsgründung

In der Jahreshauptversammlung am 08.02.1976 im Gasthaus „Grüne Au“ beschloss man die Gründung eines Vereines, passive Mitglieder waren zu jenem Zeitpunkt noch nicht zugelassen. Hintergrund war der Wunsch, die Führung in verantwortliche Hände zu legen und „Ordnung zu schaffen“.

Als Erster Vorsitzender des Vereins wurde Sägewerksbesitzer Otmar Hofmann gewählt (1976-1982), sein Stellvertreter wurde Erwin Beetz (Schreiner). Zum ersten Kassier wählte man Georg Martin (Arbeiter in Glashütte), zum ersten Schriftführer Günter Beetz (Schlossermeister).

Die Kapelle führte ab diesem Zeitpunkt den Namen „Musikverein Wickendorfer Musikanten“

ein Bild von 1980

stehend: Josef Förtsch, Jürgen Hofmann, Heinz Heinlein, Helmut Hofmann, Johann Martin, Michael Martin, Matthias Beetz, Otmar Martin, Burkhard Heinlein, Adelbert Wachter, Erwin Beetz, Hans-Peter Beetz, Dirigent Reinhold Fehn, Josef Konrad, Günter Beetz
knieend: Roland See, Georg Martin, Arnold Stadelmann

25-jähriges Jubiläum

Mit einem Kreismusikfest feierte der Verein 1980 das 25-jähriges Bestehen der Kapelle. Dabei wurden alle Gründungsmitglieder vom Nordbayerischen Musikbund geehrt. Ein großer Festumzug mit 18 Kapellen am Sonntag durch das Dorf war einer der Höhepunkte.

Weiter blieb in Erinnerung, dass beim Festausklang am Montag wegen eines Brandes in Birnbaum die Feuerwehren ausrücken mussten, in wenigen Minuten war das Festzelt fast leer.

Nach sechs Jahren schied Otmar Hofmann aus der Vorstandschaft aus. Nun folgte eine eher unruhige Zeit in der Vereinsführung mit ständig wechselnden Personalien. Im Herbst 1984 war man gar ein viertel Jahr ohne Ersten Vorsitzenden.

Neue Dirigenten

Im Jahr 1976 wurde auch ein neuer Dirigent gewählt. Reinhold Fehn, geboren in Wickendorf, wohnhaft in Ludwigsstadt, übernahm auf Initiative des Vereins die Leitung der Kapelle und führte sie bis 1988.

Unter seiner Stabführung wurden 1977 erstmals Gesangsstücke ins Programm aufgenommen. Bei einem Feuerwehrfest in Wickendorf konnte das Duo Edith Förtsch und Helmut Hofmann überzeugen.

im Jahr 1980 mit Sängerin Edith Förtsch

Das Amt des Vizedirigenten übernahm Helmut Hofmann bis 2002, also stattliche 26 Jahre. Leider musste er aus gesundheitlichen Gründen mit dem Musizieren aufhören. Er war als Sänger über viele Jahre „das Gesicht“ der Kapelle.

Im Jahr 1988 konnte Helmut Fröba aus Buchbach als Dirigent gewonnen werden. Dies war ein Glücksgriff, erweiterte er doch das Repertoire, sorgte für Disziplin und Pünktlichkeit und hat die Kapelle musikalisch einen weiteren Schritt nach vorn gebracht. Fröba war selbstständiger Unternehmensberater, spielte schon vorher als Aushilfe in der Kapelle mit und führte u.a. die Statistik ein. So konnte am Ende des Jahres jeder feststellen, wann und wo er fehlte oder wie seine Probenbesuche waren. Mit Vorsitzenden Josef Förtsch intensivierte er die Jugendarbeit.

1984 bei der „Fibigskerwa“

Sängerinnen Irmgard See und Theresa Stadelmann mit Helmut Hofmann

Phase der Kontinuität

Als in der Jahreshauptversammlung im Dezember 1989 der selbstständige Versicherungsverkäufer Heinrich-Josef Heinlein, von allen nur Heinz genannt, die Führung des Vereins übernahm, folgte eine Zeit der Kontinuität. Er und Matthias Beetz (Techniker bei Telekom), der schon seit 1985 als stellvertretender Vorsitzender fungierte, prägten die 1990er Jahre mit ihren Aktivitäten.

Auch die Posten des Kassiers (Josef Förtsch 1989-2000) und des Schriftführers (Frank See 1991-2002) waren langjährig besetzt.

Trachtenweihe

Mit Tatkraft und neuem Schwung war Heinz Heinlein die treibende Kraft bei der Anschaffung einer einheitlichen Kleidung. So wurde endlich eine fränkische Tracht angeschafft und 1991 aus diesem Anlass ein Musikfest mit Trachtenweihe gefeiert.

Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt der tschechischen Kapelle Zevesanka aus Uherské Hradiště, zu der Dirigent Fröba den Kontakt hergestellt hatte. Mit ihrem typischen, böhmisch-mährischen Musikstil fanden die Musikanten schnell Freunde im Frankenwald.

ein Bild von 1991 anlässlich der Trachtenweihe

hintere Reihe: Adelbert Wachter, Frank See, Burkhard Heinlein, Uwe Wittmann, Jörg Beetz, Egbert Martin, Matthias Beetz, Michael Martin
mittlere Reihe: Stefan Martin, Josef Förtsch, Alexander Fehn, Helmut Hofmann, Jürgen Hofmann, Bernd Konrad, Christian Fehn, Günter Beetz, Hans-Peter Beetz, Heinz Heinlein, Markus Hofmann, Dirigent Helmut Fröba
vordere Reihe: Stefan Jungkunz, Georg Martin, Arnold Stadelmann, Roland See, Daniel Fehn

1991 Trachtenweihe

Helmut Hofmann, Matthias Beetz, Daniel Fehn (Schlagzeug) und Dirigent Helmut Hofmann

Kreismusikfest 1994

200 Jahre Musiktradition

Friedrich Schubert war es zu verdanken, dass in den Sterbematrikeln der Pfarrei Teuschnitz im Diözesanarchiv in Bamberg ein Eintrag eines Musikanten aus dem Jahr 1790 gefunden wurde. Die Tatsache, dass bereits vor mehr als 200 Jahren in Wickendorf Musikanten lebten und spielten, war Ansporn für ein großes Kreismusikfest im Jahr 1994.

Dirigent Fröba war Initiator und Organisator, fünf Tage feierte man im großen Bierzelt. Ein festlicher Gottesdienst mit Totenehrung war genauso Bestandteil wie ein Rockabend mit dem „Radspitz-Express“ oder der Auftritt der Tanzkapelle „NoName“ bei der Bierprobe. Diese Band bestand aus den Nachwuchsmusikern Matthias Beetz (Keyboard, Gesang), Hubert Martin (Schlagzeug), Frank See (E-Bass, Gesang) und Roland See (Gitarre, Gesang), später auch Oli See (Gitarre, Gesang), und war zu dieser Zeit ein gern gehörter Klangkörper. Für dieses Fest wurden extra Stücke mit einem Bläsersatz einstudiert.
Auch die Kapelle Zevesanka aus Tschechien war wieder angereist, um mit ihrer Musik zu erfreuen.

1994 die Kapelle „Zevesanka“ aus Tschechien

Die Kapelle spielte 1990, 1991 und 1994 in Wickendorf

Eingetragener Verein – Namenswechsel

Aus rechtlichen und steuerlichen Gründen wurde der Verein am 08.09.1994 unter dem Namen „Wickendorfer Musikanten“ in das Vereinsregister eingetragen und eine Satzung beschlossen. Durch diese ist nun auch die passive Mitgliedschaft möglich geworden.

Rege Reisetätigkeit

Getragen vom Erfolg der Kapelle wurden viele Kontakte geknüpft und es wurde in diesen Jahren auch bei Veranstaltung in der Ferne gespielt. Besonders nach der Grenzöffnung ergaben sich Termine im benachbarten Thüringen (Camburg, Rudolstadt) oder Sachsen-Anhalt (Merseburg).

Aber auch das Ausland lockte und gerne wurden die Auslandsauftritte in Italien (1998 – Bayerisches Bierfest in Vicenza) oder Österreich (1999 – Feuerwehrfest in Treffling) als Vereins- und Familienausflug genutzt. Über berufliche Verbindungen des Dirigenten Reinhard Trebes wurde die Kapelle 2002 für ein Brauereijubiläum in Frastanz in Österreich verpflichtet.

Höhepunkte waren aber sicherlich die beiden Reisen in die USA in den 1990er Jahren.

1995 Erste Amerikareise – New York

Über Verwandschaftskontakte der Familie See in die USA keimte Anfang der 1990er Jahre erstmals der Gedanke an eine Amerikareise. 1995 war es dann so weit, die Kapelle machte sich auf, New York zu erobern. Ziel war die Steubenparade, ein traditionsreicher Umzug, der jedes Jahr am dritten Samstag im September stattfindet.

auf dem Doppeldeckerbus durch Manhatten

„Play at Red Light“ (Natascha – Tourguide)

Diese Reise brachte den Musikanten unvergessliche Eindrücke und Erinnerungen. Als Festkapelle durfte man gegenüber der Ehrentribüne spielen, ein Auftritt in einem Seniorenheim, der Besuch des Empire State Buildings, eine Reise an die Niagarafälle und zahlreiche Anekdoten haben sich in das Gedächtnis eingeprägt.

1998 Zweite Amerikareise – Cape Coral, Florida

Schon drei Jahre später sollte sich erneut die Möglichkeit ergeben, „über den großen Teich“ zu reisen. Wieder über die bekannten Verbindungen wurde man vom „German American Social Club“ eingeladen, bei einem der größten Oktoberfeste in den USA zu spielen.

Es brauchte nicht viel Überredungskunst, eine spielfähige Mannschaft zusammenzustellen. Unterstützt von Werner Schütz vom Musikverein Isling an der Trompete, waren es zwei anstrengende aber auch beeindruckende Wochenende im riesigen Festzelt.

1998 vor dem Clubhaus in Cape Coral (Florida)

hinten: Markus Hofmann, Heinz Heinlein, Frank See, Adelberd Wachter, Helmut Hofmann, Ludwig Kradochvill, Josef Förtsch, Dirigent Helmut Hofmann, Hubert Martin
vorne: Christian Fehn, Michael Martin, Matthias Beetz, Jürgen Krebs, Werner Schütz (MV Isling), Stefan Martin

Ein Gastauftritt von Tony Marshall, der gerade privat anwesend war, zählte sicher zu den Höhepunkten. Zu der Musik der Kapelle sang er seine bekanntesten Ohrwürmer, wie etwa „Schöne Maid“ oder „Rosamunde“. Und was bei solch einer Veranstaltung auf gar keinen Fall fehlen durfte, war der „Ententanz“, den die Einheimischen mit viel Freude und Begeisterung zelebrierten.

Alle Reisenden waren privat bei Mitgliedern des Veranstalters untergebracht, die sich herzlich um ihre Gäste aus „good old germany“ bemühten. Ausflüge nach Cape Canaveral und Orlando wurden von ihnen organisiert und die Badeausflüge an kilometerlange Sandstrände sorgten für Entspannung.

Brückenfest

Angeregt vom schönen Jubiläum 1994 machte Dirigent Helmut Fröba den Vorschlag, jedes Jahr ein Fest zu feiern. Einerseits fördere dies die Kameradschaft, andererseits würde durch den Erlös die Vereinskasse aufgebessert.

Bei der Namenssuche für die Veranstaltung wurde „Brückenfest“ gewählt, denn am Festplatz beim Gasthaus „Grüne Au“ im Kronenweg hatte das Wasserwirtschaftsamt Hof im Zuge der Bachrenaturierung einen aufwändigen neuen Steg gebaut, der heute noch im Volksmund den Namen „Golden Gate Bridge“ trägt. Erstmal im Jahr 1995 in kleinem Rahmen ausgerichtet, entwickelte es sich zu einem Magneten für Jung und Alt und eines der beliebtesten Feste im nördlichen Landkreis.

Verein

Anfang des neuen Jahrtausends ist die Vereinsführung weiter in den bewährten Händen von Heinz Heinlein und Matthias Beetz. Den Posten des Kassiers hat im Jahr 2000 Hubert Martin aus Hirschfeld übernommen, er zeichnet auch für die Homepage des Vereins verantwortlich. Diese gestaltete er bereits 1997, sie wurde ständig aktualisiert und es war eine der ersten im Landkreis überhaupt.

In das Vereinsleben zieht immer mehr die EDV ein, Vereinsmeldungen, Steuererklärungen, Mitgliederverwaltung liegen in seinen Händen als EDV-Beauftragter (offizielle Bezeichnung laut NBMB). Als Betreuer für die sozialen Medien kamen 2010 Uwe Thoma, sowie 2015 Roland See als Verstärkung dazu.

Musikhaus

Die Musikkapelle hatte etwa 20 Jahre in der alten Schule geprobt, doch 2004 kamen die ersten Beschwerden von Untermietern auf, die in Anzeigen und Polizeibesuchen gipfelten.

Die Beschwerden gingen bis ins Rathaus der Stadt Teuschnitz woraufhin die Bürgermeisterin Gabriele Weber den Vorsitzenden Heinz Heinlein zu einem Termin lud, um gemeinsam ein Lösung zu suchen. Nach Abwägung weniger Möglichkeiten gelangte man zu der Feststellung, dass der Verein nur durch den Neubau eines Proberaumes vernünftig weiter existieren könne.

Dann ging alles sehr flott voran. Bereits am 18.09.2004 wurde mit den Rodungsarbeiten am Fibig begonnen, Ende November war die Bodenplatte fertig. Mit viel Elan gingen die Arbeiten von der Hand und bei teils sehr schlechtem Herbstwetter durfte eine Aufwärmpause bei Familie Röschentaler nicht fehlen.

Am 03.06.2005 feierte man Richtfest, das ganze Jahr wurde tüchtig geschafft, „nebenbei“ musste ja auch noch Musik gespielt werden. Im Herbst 2006 war das Werk dann vollendet, am 05.11.2006 wurde das Musikhaus feierlich von Dekan Peter Barthelme eingeweiht. Landrat Oswald Marr und Bürgermeisterin Gabriele Weber freuten sich mit dem Verein über das neue Schmuckstück. Viele befreundete Vereine feierten mit dem Musikverein.

Das Musikhaus am Tag der Einweihung

Dekan Peter Barthelme segnet das Gebäude

Bürgermeisterin Gabi Weber und Ehrengäste

50-jähriges Jubiläum

Im Rahmen des Brückenfestes feierte der Verein sein 50-jähriges Bestehen. Am Sonntag, den 07.08.2005 führte die Kapelle die Kirchenparade vom Festplatz zum Gotteshaus. Bei absolut schlechtem Wetter folgte das Totengedenken am Ehrenmal.

50-jähriges Jubiläum

Kirchenparade bei strömenden Regen

Nach dem Festgottesdienst ging es zurück in den Kronenweg, wo beim Festkommers langjährige Musikanten vom Nordbayerischen Musikbund ausgezeichnet wurden. Der ehemalige Dirigent Helmut Fröba wurde zum Ehrendirigenten ernannt, die Gründungsmitglieder Josef Förtsch, Burkhard Heinlein, Otmar Hofmann, Lothar Martin, Otto Hofmann und Erwin Beetz erhielten eine Dankurkunde, ebenso der ehemalige Tenorhornist und Gönner des Vereins, Josef Schubert.

50-jähriges Jubiläum

für 20 Jahre aktives Musizieren wurden Mario Müller, für 30 Jahre Hubert Martin und Stefan Martin geehrt. Mit Vorsitzenden Heinz Heinlein und Dirigent Andreas Schramm.

50-jähriges Jubiläum

Vorsitzender Heinz Heinlein, Ehrenmitglied Josef Förtsch, Ehrendirigent Helmut Fröba, Gründungsmitglied Burkhard Heinlein, Dirigent Andreas Schramm, Stellvertretender Kreisvorsitzender des NBMB Bruno Schnappauf

50-jähriges Jubiläum

Repräsentanten befreundeter Vereine, Bürgermeisterin Gabriele Weber, Gönner Josef Schubert

Nach langer Suche durch Friedrich Schubert ist von der Stadtkapelle Teuschnitz eine Liesl, das ist ein großer Bierkrug, an die Wickendorfer zurückgegeben worden. Die sogenannte 2. Musikkapelle (1921 – 1953) hatte diese 1950 beim Musikfest in Teuschnitz als 1. Preis gewonnen.

50-jähriges Jubiläum

die im Jahr 1950 beim Musikfest in Teuschnitz als 1.Preis gewonnene „Liesl“

Am Nachmittag folgten viele Musikkapellen der Einladung zu Standkonzerten, mit einem Sternmarsch ging es zum Festplatz, wo die Stadtkapelle zur Unterhaltung aufspielte und man gemeinsam mit angereisten Fans aus Merseburg feierte.

50-jähriges Jubiläum

MV Tettau beim Standkonzert

50-jähriges Jubiläum

MV Langenau beim Sternmarsch

50-jähriges Jubiläum

Stadtkapelle Teuschnitz beim Nachmittagskonzert

50-jähriges Jubiläum

Abordnung des Fanclubs aus Merseburg

Dirigentenwechsel

Als Helmut Fröba im Jahr 1999 sein Amt niederlegte, folgte ihm Reinhard Trebes (Kehlbach) als Dirigent. Reinhard Trebes spielte schon einige Jahre Trompete bei den Wickendorfer Musikanten. Unter seiner Regie wurde der Musikstil etwas rockiger, die Kleidung für die Abendveranstaltungen mit glänzender, schwarzer, langer Lederhose und rotem Hemd im Stile einer Bigband. Über seine beruflichen Kontakte wurde ein Auftritt bei einem Brauereijubiläum in Frastanz (Österreich) im Jahr 2002 möglich. Er war bis Oktober 2003 Leiter der Kapelle.

2002 Brauereijubiläum in Frastanz (Österreich)

Die Reisegruppe vor der Brauerei

Als junger Nachwuchsmusiker übernahm Andreas Schramm aus Ludwigsstadt das Ruder. Qualifiziert durch das Leistungsabzeichen D3 in Gold und dem Lehrgang C2 für Dirigenten führte er die Kapelle mit viel Sachverstand. Mit zwei Schnupper- nachmittagen im Pfarrsaal, wo die Kinder die Möglichkeit hatten unbeschwert Instrumente auszuprobieren, wurden in seiner Amtszeit Nachwuchskräfte gewonnen.
Leider musste auch er schon nach wenigen Jahren aus beruflichen Gründen den Taktstock weiterreichen.

2007 Nachwuchswerbung

Über mehrere Jahre wurden zur Nachwuchswerbung Schnupperevents organisiert. Hier der damalige Dirigent Andreas Schramm mit Nachwuchsmusikerin Eva Wachter.

Nachwuchsarbeit

Diesen übernahm im Mai 2008 der heutige Dirigent Markus Hofmann. Mit viel Herzblut und Engagement verwirklicht er seine Ideen und führt die Kapelle zu neuen Höhepunkten. Ein besonderes Anliegen ist auch ihm die Nachwuchsausbildung, unzählige Stunden verbringt er mit den Kindern im Musikhaus bei Proben und Theorieunterricht.

2013 Unterricht

Dirigent Markus Hofmann beim theoretischen Unterricht mit den Nachwuchsmusikanten

2015 Nachwuchsprobe

Die Jungmusikanten bei einer Probe im Musikhaus

Gemeinschaftskonzert

Ein besonderes Erlebnis für Verein und Musikanten war das Gemeinschaftskonzert mit der Stadtkapelle Teuschnitz. Schon seit einiger Zeit war der Wunsch bei den Dirigenten Markus Hofmann (Wickendorfer Musikanten) und Bernd Jungkunz (Stadtkapelle Teuschnitz) gewachsen, ein Gemeinschaftskonzert zu organisieren. 2014 war es dann endlich so weit, über mehrere Wochen wurden gemeinsame Proben abwechselnd in Wickendorf oder in Teuschnitz durchgeführt, im Mai 2014 spielten die beiden Kapellen gemeinsam in der Schulturnhalle an zwei Tagen ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm.

2014 Konzert in Teuschnitz

Dirigent Markus Hofmann beim Gemeinschaftskonzert mit der Stadtkapelle Teuschnitz und den Wickendorfer Musikanten

Zugabe

Das Konzert fand auch bei der Kreisvorstandschaft des Nordbayerischen Musikbundes großen Zuspruch, so dass die beiden Kapellen beim Herbstkonzert des Kreisjugendorchesters in Tettau zu einer Wiederholung eingeladen wurden.

2014 Konzert in Tettau

Das Gemeinschaftskonzert fand in Tettau eine Wiederholung

Auch stellvertretender Dirigent Florian Beetz übernahm bei diesen Konzert einen Part. Im dritten Teil des Konzertes leitete er das Orchester bei den modernen Unterhaltungstiteln. Unter seiner Leitung wurde ein a-cappella Titel einstudiert, die Sänger der beiden Kapellen überzeugten mit dem Titel „For the longest time“.